Musikkapelle Oberstdorf e.V.

Musikalische Zeitreise

27.11.2011 17:47 von Corbinian Kling

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Musikalische Zeitreise von 1864 bis 2200 - und zurück
Jahreskonzert der Musikkapelle Oberstdorf

Auf eine musikalische Zeitreise zum Hören und Sehen ging am 19. November die Musikkapelle Oberstdorf beim diesjährigen Jahreskonzert. 31 Musiker des Jugendblasorchesters und 56 Mitglieder der Musikkapelle Oberstdorf unter Leitung von Marius Galvin spielten zum ersten Mal nicht wie gewohnt kurz vor Weihnachten, sondern
in der wirklich „riebige Zit“ auf. Ein vollbesetzer Saal im Oberstdorf Haus bestätigte dieses zeitliche Novum.


Die konzertante Zeitreise eröffnete das Jugendblasorchester. Mit modernen Rhythmen, passend zur Zeitepoche der Jugendlichen, beschrieben die jungen Musiker in „PC-Suite“ musikalisch den Umgang mit dem EDV-Gerät. Die Suite in vier Sätzen, geschrieben in 2007 von Ennio Salvere, charakterisiert in Blasmusikklängen das Einschalten und Starten eines PC, die Kommunikation mit „Chat“ und „facebook“ – bis der „Virus“ kommt und alles mit „Control Alt Delete“ gelöscht werden muss. Der Titel „A Day in Space“ von James Curnow erzählt musikalisch die Geschichte einer Reise ins Weltall. In fünf Sätzen verführten die Jugendlichen die Zuhörer von der Startrampe zum Flug durch den Weltraum und Spaziergang im All bis hin zum Rückflug und Landung auf der Erde.


Nach bekannten Melodien aus der Filmmusik des Kinohits „Sister Act“ im Stück „I will follow Him“ (Jan van Kraeydonck) übertrugen die jungen Musiker im Stück „Give me some Groove“ (Ennio Salvere) die verschiedenen Stile von Funk, Blues und Soul auf die Zuhörer. Stürmischer Applaus motivierte die jugendlichen Musiker zu einer Zugabe der besonderen Art: „The Handyman“ von Ivo Kouwenhoven. Hinter dem „Handyman“ verbirgt sich nichts anderes als ein Handwerker. Im musikalischen Dialog zwischen Orchester und ungeschicktem Handwerker, gespielt von Johann Sehrwind, sägt und nagelt der „Handyman“ nicht nur Bretter, sondern haut sich mit dem Hammer auch schmerzhaft auf den Finger.


Dem Auftritt der Jugendblaskapelle folgte im zweiten Konzertteil die Musikkapelle Oberstdorf mit einer Reise von der Gründung der Kapelle im Jahr 1833 bis ins Heute und sogar darüber hinaus. Dabei wurde die Oberstdorfer Zeitgeschichte in Bildern von 1864 bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf einer Großleinwand präsentiert. Ansager Fritz Sehrwind lieferte humorvoll wie immer weitere Details und Annekdoten zu den einzelnen Programmpunkten.


Die Musikerinnen und Musiker eröffneten mit dem „Regimentsmarsch Großer Kurfürst“ von Cuno Graf von Moltke, einem Aufstellungsmarsch des damaligen Regiments. Es folgte die Ouvertüre „Marinarella“ von Julius Fucik aus dem Jahr 1907. Musikalisch krönten die vielen Tempiwechsel die Soli von Corbinian Kling (Klarinette) Tanja Bromberger
(Querflöte) und Konrad Vogler (Flügelhorn). Nach dem Konzertmarsch „Persischer Marsch“ von Johann Strauß begaben sich die Musiker mit orientalischen Klängen auf ihre Reise nach Rumänien. In „Romania Canta“ (Mihail Viziru) verführte die Kapelle mit temperamtentvollem Feuer rumänischer Folklore. Lang anhaltender Applaus zeigte, dass das Feuer der Musiker auch auf das Publikum übergesprungen war. Die folgende „Tom Sawyer Suite“ (Franco Cesarini) erzählte musikalisch die Geschichte von Mark Twain über Tom Sawyer, Huckleberry Finn, Becky Thatcher und Injun Joe. Mit dem schwungvollen Konzertwalzer „Blauer Enzian“ von Hans Werz erinnerten die Musiker an ihren unvergessenen ehmaligen Kammeraden, Dirigent, Musiker und Kurmusiker. Einmal mehr zeigte Konrad Vogler als Solist am Flügelhorn, dass er seinem musikalischen Vorbild Hans Werz nicht nachsteht.

Nach den heimatlichen Walzerklängen setzte das Orchester die Zeitreise in das Jahr 2200 fort und begleitete zu Melodien der bekannten TV-Serie „Star Trek“ das Raumschiff Enterprise mit Captain Kirk in die Weiten des Weltalls und zu fernen Galaxien. Zurück auf der guten alten Erde im Oberstdorf Haus beendete die Musikkapelle diese wunderbare Zeitreise mit dem passenden Marsch „Große Zeít, neue Zeit“ (Fritz Brase) als Aufruf zu neuen Ufern. Das Publikum war einfach nur begeistert und forderte mehrere Zugaben.

Ehrungen beim Jahreskonzert für langjähriges Musizieren in der Musikkapelle:
10 Jahre: Markus Holzhey, Thomas Raab
20 Jahre Florian Huber, Martin Gambeck, Thomas Höng
30 Jahre: Franz Kinzel, Richard Math, Martin Obermüller, Günther Schlosser, Andreas Titscher, Martin Titscher
50 Jahre: Georg Vogg


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