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Temperamentvoller "Abschied der Slawin"

Jahreskonzert Musikkapelle Oberstdorf präsentiert anspruchsvolles Programm mit Märschen, Polkas und Modernem

Oberstdorf Was sich Marius Galvin und die Musikkapelle Oberstdorf für das Jahreskonzert ausgedacht hatten, war hörenswert, anspruchsvoll und erforderte viel Probenfleiß und Engagement.

Zunächst präsentierte das neu gegründete Kinderorchester und die Jugendblaskapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Thomas Eldracher mit den Stücken „Wenn der Elefant in die Disco geht“ und der „Fun-Polka“ ein erfrischendes und modernes Programm. Gemeinsam zeiget sich die junge Generation bei ihrem Zusammenschluss mit dem „Marsch der marschierenden Spechte“ schon erstaunlich harmonisch gefestigt.

Bei den „Großen“ geriet der Auftakt zum temperamentvollen Genuss mit „Abschied der Slawin“, einem eher melancholischen, aber schwungvollen russischen Konzertmarsch. Das Können eines homogenen Ensembles blitzte vielfältig bei „Bonaparte“ hervor, einem Konzertwerk des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz. Die Komposition beschreibt große Schlachten und Siege, aber auch dunkle Kapitel im Leben des französischen Herrschers. Eindrucksvoll bewies Konrad Vogler am Flügelhorn solistisch emotionales Ausdrucksvermögen, ebenso zeigte das Holzregister ein harmonisches Zusammenspiel, das mit dezenten Soloeffekten an Spannung und Emotion nicht zu übertreffen war. Synthetisch eingespielte Harfenklänge, Kanonenschüsse und ein schier übermächtig wirkendes hohes Blech brachten die Zuschauer im voll besetzten Oberstdorf Haus inmitten von Kriegsschauplätzen vormaliger Zeit.

Teil zwei des Abends, den Theo Käufler humorvoll moderierte, begann mit der „Schweizer Polka“. Ein weiterer Höhepunkt war „Independence Day“, ein Zusammenschnitt des Science-Fiction-Films von Regisseur Roland Emmerich aus dem Jahr 1996. Ton van Grevenbroek fertigte eine Auswahl anschaulicher Passagen aus der Soundtrack-Partitur von David Arnold an, die die Musikkapelle dynamisch differenziert wiedergab. Dramatische und berührende Stellen im Wechsel weisen schließlich auf ein glückliches Ende hin, wie ein sehr anspruchsvolles und gehaltvolles Solo von Jonas Raab auf dem Althorn beweist. Mit „Kiss Me Kate! Wurde ein Zusammenschnitt bekannter Melodien des gleichnamigen Musicals aufgeführt. Es handelt von einer chaotischen Theatergruppe, die eine musikalische Fassung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ aufführt. Das Spiel mit den unterschiedlichen Taktarten und stark kontrastierenden Tempi verlangte den Musikern einiges ab.

Mit Polka und Marsch kehrte man wieder zurück zur bodenständigen Blasmusik, wobei der abschließende Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“ von Rudolf Herzer nicht der letzte sein sollte. Auch die Jungen traten noch einmal auf, als sie gemeinsam mit den „Großen“ einen schnellen Marsch dem Publikum servierten. Sieintonierten nunmehr mit gewaltigem Klangkörper den flotten Marsch „Transformers“ von Alexander Pfluger, wobei den Musikern auf der Bühne förmlich die Spielfreude im Gesicht geschrieben stand.

Während des Konzerts wurde Tanja Heßmann vom Vorsitzenden Konrad Vogler für ihre 20-jährige Mitgliedschaft in der Musikkapelle Oberstdorf geehrt.

 

Allgäuer Anzeigeblatt, 07.12.2018

Anna Sattler

Fotos: Musikkapelle Oberstdorf

 

Ehrung von Tanja Heßmann

Jugendblaskapelle Oberstdorf mit Dirigent Thomas Eldracher

Artikel im Allgäuer Anzeigeblatt

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