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Chronik des Vereins

1833-2002 Querschnitt durch die Chronik

Beim Abbruch eines Oberstdorfer Bauernhauses kamen die Gründungsprotokolle der damaligen "Blechmusik" Oberstdorf zum Vorschein. Da liest sich folgendes am 7.Dezember 1847. "Schon seit 14 Jahren besteht dahin eine aus freiwilliger Verbindung von Musikern sich bildende Blechmusik. Dieselbe hat schon zweimal zu ordentlichen Statuten sich verpflichtet, welche in nachfolgenden Punkten wieder ihr Bestehen und mit „theilweisen“ Zusätzen neuerdings fest begründet werden sollen."Datiert man die genannten 14 Jahre zurück, liegt die Erstbegründung der damaligen Blechmusik im Jahre 1833. Nach mündlichen Überlieferungen gibt es keinen Zweifel, dass sogar vor 1833 eine musikalische Vereinigung existierte. Dies beweist auch ein "Schellenbaum von 1821, den man heute noch im Oberstdorfer Heimatmuseum besichtigen kann. Die "musikalischen und nicht- musikalischen Mitglieder mussten sich strengen Statuten unterwerfen, welche in 6 Paragraphen mit zahlreichen Zusätzen niedergeschrieben und unterzeichnet wurden. Beglaubigt wurde die Neubegründung mit Unterschrift und Siegel des königl. bayerischen Landgerichtes zu Sonthofen. Es liegen Kassenabschlüsse, Rechnungen, Anzeigen und Verzeichnisse vor, welche die musikalische Tätigkeit der Kapelle seit ihrer Gründung dokumentieren

Die Musikkapelle Oberstdorfin der Zeit zwischen 1867 - 1875

Mit einem Schreiben vom 20. März 1893 bestätigt der königliche Bezirksamtmann die Gründung einer Blechmusikgesellschaft und deren Statuten erneut. Um 1906 war Josef Buchenberg (Schreiner) aus Oberstdorf "Musikmeister".In der Zeitspanne des 1 . Weltkrieges liegen leider keine Berichte vor.1922 übernahm Josef Walter aus Oberstdorf die Musikkapelle. Unter seinerLeitung wurden 1928 bis 1932 je Sommersaison an die 90 Kurkonzerte absolviert.

Trommlercorps, gegründet 1931

Doch es nahte das Jahr 1933 und damit die politische Wende. Die Blaskonzerte mussten eingestellt werden, weil es keine "Doppelverdiener" geben durfte. DieSommerkonzerte wurden von Soldatenkapellen und Streichmusikkapellen durchgeführt.1937 wurde Josef Scharrer aus München von der Marktgemeinde beauftragt, die Musikkapelle wieder aufzubauen. Er leitete sie bis zu seiner Einberufung1939.

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 rissen schmerzliche Lücken in den Klangkörper Etliche Musiker kehrten aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr zurück.1946 baute Josef Walter die Kapelle wieder auf und leitete sie bis zu seiner Abdankung 1954. Seit 1950 wurden wieder Sommerkonzerte gespielt, allerdings mit Aushilfen aus Sonthofen und Schöllang. Im Herbst 1954 wurde Max Bolkart sen. neuer Dirigent der Musikkapelle Oberstdorf. Er baute gleichzeitig eine neue Jugendkapelle auf, die er aber schon sehr bald geschlossen in dieSeniorenkapelle integrieren konnte.

Jugendkapelle 1955

1955 wurde Adalbert Blanz zum 1. Vorstand gewählt. Mit der Anschaffung einer einheitlichen Tracht im Jahre 1956 stand dann eine Musikkapelle da, die sich auch vom „Äußeren" her wieder als Einheit präsentieren konnte.Trotz der großen Beanspruchung der Musiker durch die ständig zu spielenden Kurkonzerte ließ man keine Möglichkeit zu feiern aus, und so war es selbstverständlich, eine 125-Jahrfeier - allerdings im kleinen Rahmen - durchzuführen.1965 stand die Musikkapelle Oberstdorf erstmalig wieder ganz auf "eigenen Beinen", nachdem sie in den Jahren 1955 - 1964 doch in den Kurkonzerten auf Aushilfen angewiesen war.Für die Musikkapelle Oberstdorf war es selbstverständlich, dass sie sich 1970 an der Partnerschaftsschließung Megeve (Frankreich) - Oberstdorf beteiligte. Es entwickelte sich eine besonders starke Freundschaft zwischen den Musikkapellen, so dass eigentlich nur noch eine Heirat eines Oberstdorfer Musikus mit einer Megeverin oder umgekehrt zur Krönung dieser Freundschaft beitragen könnte.

Der Münchner Oktoberfest- Trachten- und Schützenzug angeführt von der Musikkaplle

In diesem Jahr übergab Adalbert Blanz sein Amt nach 15jähriger Tätigkeit an Hans Bartl. 1971 erhielt die Musikkapelle Oberstdorf die PRO MUSICA-Plakette verliehen und führte im Herbst den Oktoberfestzug in München an. Als Otto Bader bei einem Besuch in Südtirol das Musikstück „Der Untergang der Titanic“, eine dramatische Fantasie von Stefan Jäggi, hörte, war er davon so angetan, dass er es, zurück in Oberstdorf sofort für uns besorgte. Die „Führungsmannschaft“ der Kapelle entschied damals, mit dem im Oberallgäu noch völlig unbekannten Stück beim Bundesmusikfest 1973 in Sonthofen ins Wertungsspiel zu gehen. Der Erfolg gab ihnen recht. Von 120 möglichen Wertungspunkten wurden 119 erreicht, ein erster Rang mit Auszeichnung. Voller Selbstbewußtsein, gestärkt durch dieses Ereignis, feierte man das 140 jährige Gründungsjubiläum. Im Dezember des gleichen Jahres nahm die Musikkapelle Oberstdorf im Rahmen eines Kulturaustausches an der vom Goethe-Institut organisierten deutsch-italienischen Woche in Sorrent teil.

Die Musikkapelle Oberstdorf im Jahre 1973

Mit dem Jahre 1975 ging die 21 jährige Aera von Max Bolkart sen. als musikalischer Leiter und Dirigent zu Ende. Mit ihm erlebte die Musikkapelle Oberstdorf den Aufschwung. Als sein Nachfolger Übernahm dann Ferdinand Kerber, als Angestellter der neugegründeten Musikschule, auch die Musikkapelle. Ferdinand Kerber verließ uns aber schon wieder nach 2 Jahren 1977 und zog sich 1978 ganz aus Oberstdorf zurück. Seit 1978 leitete Hans Werz die Musikkapelle Oberstdorf. Mit diesem Jahr begann auch ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte. Am 27. September 1978 wurde mit 20 Musikern der Verein "Musikkapelle Oberstdorf e.V." gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gesellten sich immer mehr. Die Musikkapelle Oberstdorf e.V. zählt heute 45 Mitglieder.1979 hatte die Musikkapelle Oberstdorf e.V am internationalen Folklore-Festival in Paris teilgenommen und 1980 fand in Fischen das 6. Bezirksmusikfest statt. Albert Titscher wurde am 30. Januar 1981 zum 1. Vorstand gewählt und löste somit Hans Bartl ab, der nach 10jähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Die Jugendkapelle im Jahre 1983

Fortsetzung folgt . . . Schon von Anfang an - seit 1833 - spielte die „Musikgesellschaft" bei fast allen öffentlichen Anlässen, bis sie dann seit etwa der Jahrhundertwende mit dem einsetzenden Fremdenverkehr auch Kurkonzerte spielte: und zwar bis heute in fast ununterbrochener Folge. Heute sind es neben den zahlreichen üblichen Auftritten wie kirchliche und weltliche Feste, Heimatabende, Hochzeiten, Viehscheide und sonstige Veranstaltungen, noch ca.  Kurkonzerte. Trotz dieser voll ausgelasteten Musikerjahre macht es uns immer wieder Freude zu musizieren.Wirsind alle stolz, einem Verein wie der Musikkapelle Oberstdorf e.V. anzugehören und werden alles tun, um ihn zur Freude der Oberstdorfer Bevölkerung - Einheimischen wie Gästen - zu erhalten und weiter zu tragen und zu führen.